Anja Pallinger, Category Managerin

Was ist Ihre Aufgabe als Category Managerin?
Zunächst einmal gibt es zwei große Themenbereiche: Das Sortiment der Handelsware und das der Eigenmarkenprodukte.
Zur Handelsware: Hier bin ich involviert, unser Sortiment von über 30.000 Artikeln in bestimmte Kategorien einzuteilen oder die bestehende interne Einteilung zu vervollständigen. Ich entscheide mit, welche Artikel ein-, ausgelistet oder erneuert werden müssen. Dabei habe ich immer die Fragen im Blick: „Was passiert gerade im Markt?“ und „Welche Bedürfnisse haben unsere Kunden – die Tierärzte?“ Ich beobachte, was es insgesamt für Innnovationen und Entwicklungen gibt. Darauf reagieren wir und passen unser großes bestehendes Basissortiment entsprechend an. Zu meinen Aufgaben gehört deshalb auch das Produktscouting, d.h. Besuch von Messen, Internetrecherche, Lesen von Borschüren/Prospekten – eben alles was dazu dient, Trends zu beobachten. Ich suche die Antworten auf die Frage: Wo geht die Reise hin bei den Tierärzten?
Zu den Eigenmarken: Hier führen wir seit langer Zeit ein Sortiment, das ich intensiv betreue. Auch hier geht es natürlich darum, den Tierarzt als Kernkunden im Blick zu haben und zu beobachten, wohin Entwicklungen gehen und welche Ideen man weiterverfolgen sollte. Was man Neues machen kann. Ich prüfe Deklarationen auf Aktualität und Stimmigkeit (oder lasse sie überprüfen) und versuche Linien zu finden, zu formieren oder zu entwickeln. Die Marktsituation entscheidet darüber, ob etwas weitergeführt wird. Die Entscheidungen dafür bereite ich vor.

Category Management ist für mich letztlich die Schnittstelle zum Einkauf, der den direkten Lieferantenkontakt hat, und zum Vertrieb. Das ist die interne Seite. Aber auch nach außen sehe ich diese Position als Schnittstelle: Und zwar zwischen dem Kunden Tierarzt/Tierarztpraxis und dem ReboPharm-Sortiment. Ich übersetze sozusagen das Tierarztmarkt-Know-How in unser Sortiment – sorge also dafür, es in die passende Richtung zu lenken.

Können Sie uns über ein interessantes Projekt in der Vergangenheit berichten?
Ja. Hier möchte ich das Projekt „MioFlor“ nennen, da es viele interessante Aspekte beinhaltet und zu meinen Lieblingsprodukten gehört.
Gemeinsam mit dem Vertrieb und dem Einkauf habe ich bei dieser Eigenmarkenentwicklung nach bestimmten Definitionen gesucht und diese auch gefunden: Wir wollten ein Ergänzungsfuttermittel etablieren, das möglichst viele Tierarten im Bereich Kleintier anspricht. Außerdem sollte eine medizinische Indikation bedient werden, die oft beim Tierarzt vorgestellt wird.
So haben wir MioFlor für Hunde und Katzen konzipiert, das unsere Idee in zwei Richtungen abdeckt: Es unterstützt die Darmgesundheit und stabilisiert das Immunsystem. Sehr schön bei dem Produkt ist, dass es ein flüssiges Probiotikum ist und gleichzeitig für Katzen geeignet ist. Damit haben wir ein Ergänzungsfuttermittel mit Alleinstellungsmerkmal entwickelt – ein vergleichbares Produkt gibt es auf dem Veterinärmarkt nicht.
Und: Gleichzeitig folgten wir damit noch einem neuen Trend, denn mit dem Produkt fiel auch die Entscheidung für die Biozertifizierung der ReboPharm. Interessant für den Tierbesitzer und ein weiterer neuer Aspekt für unser Unternehmen – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.

Welchen täglichen Herausforderungen stehen Sie im Alltag bei der ReboPharm gegenüber?
Als Tierärztin bin ich bei ReboPharm Ansprechpartnerin für medizinische und pharmazeutische Fachfragen bei der Handelsware. Es werden täglich Themen aus dem Außendienst oder der telefonischen Auftragsannahme an mich herangetragen. Auch Kundenanfragen, bei denen es zum Beispiel um die Dosierung geht, landen auf meinem Tisch. Häufig ist fachliches Hintergrundwissen gefragt. Für die Außendienstmitarbeiter und die Auftragsannahme führe ich daher Produktschulungen durch.
Auch für Publikationen und Produktbeschreibungen der Handelsware und Eigenmarken bin ich zuständig. Ich beurteile Texte sowie Produkt- und Deklarationsbeschreibungen. Mein Job ist der Transfer in die Tierärzteschaft: Texte auf die für unsere Kunden letztlich interessanten Sätze kürzen. Ein weiterer Baustein im meinem Alltag ist der Qualitätscheck von Ware und die anschließende Freigabe zum Verkauf.

Außerdem bin ich zum Teil bei Lieferantengesprächen dabei, wenn es um Sortimentsfragen oder neue Produktbewertungen geht. Oder wenn über interessante Aktionen für unsere Kunden nachgedacht wird. Dafür ist die Markbeobachtung wesentlich – für mich auch Alltag.